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Earthshaker Roadshock Tour
erstellt Mi 02. Mai 2007 - Backstage: Werk - 979 Views - 1 Bilder - zu wenig Bewertungen
 
So, nachdem die letzten paar Konzerte (No Mercy, Cannibal Corpse, Therion/Grave Digger) doch recht durchwachsen waren, war’s für mich und meine bessere Hälfte mal wieder an der Zeit, ein durchweg positives Konzert zu erleben; unsere Wahl fiel dabei auf die Roadshock Tour. Alle Bands kannten wir zwar nicht, aber zumindest die beiden Headliner versprachen einen hohen Unterhaltungswert. Gut, nach dem ziemlich unpassend zusammengestellten Billing beim "No Mercy" hatte ich ein paar Zweifel, ob sich Bands wie Finntroll und After Forever wirklich vertragen würden, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...
Laut Plan sollte das Konzert ja um 19:00 Uhr anfangen, aber im Vorfeld erhielten wir einen Anruf der Veranstalter, dass es doch schon um 18:00 Uhr losgehen sollte (woher haben die Leute eigentlich meine Telefonnummer??). Nun ja, starker Service immerhin :-D

Also gut, haben wir uns halt schon um 18:00 Uhr vor dem Backstage eingefunden; das hatte bei dem Wetter schon was von Picknickausflug. Schnell drin waren wir auch, der Andrang hielt sich ob des frühen Beginns und des tollen Wetters doch arg in Grenzen. Es blieb sogar noch Zeit, vor der ersten Band den Merchstand zu plündern. 15 Euronen für ein T-Shirt sind ok, 40 € für nen Zipper dagegen schon fast unverschämt, aber wie kann ich meiner Herzdame was abschlagen? ;-) Also, noch schnell nen Finntroll-Zipper und ein Reiter-Shirt für die Dame und ein Troll-Shirt für den Berichterstatter, dann konnte es von mir aus auch schon losgehen. Tat es auch sogleich ;-)
Anfangen durften die Schweden von All Ends. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gut besucht, ich schätze mal, 150 zahlende Gäste wohnten diesem Auftritt bei.
Als Opener hat man es eh nicht leicht, dazu noch vor spärlich gefüllter Halle und dann auch noch als Band, deren Songmaterial relativ unbekannt ist. So taten sich die Schweden auch recht schwer, die Stimmung im Saal anzuheizen. Es klang zwar recht gefällig, was die Jungs und Mädels da produzierten, aber der Funke wollte irgendwie nicht überspringen. Bei einer Band aus Schweden mit zwei Frauen am Mikro drängte sich mir irgendwie der Begriff "Abba-Metal" auf; klingt vielleicht etwas böse, trifft es aber meiner Meinung nach recht gut. Es war nicht wirklich schlecht, was da aus den Boxen erschallte, aber zündend war’s auch nicht.
Haken wir's aber unter "ganz ok" und belassen wir es dabei :-)
Als nächstes durften dann die Finnen von Machine Men ran. Klassischer Heavy Metal britischer Prägung war das Gebot der Stunde und es klang durchaus gefällig. Zumindest instrumententechnisch, allerdings stellte es mir beim Mann am Mikro ein wenig die Haare auf. Nicht, dass er schlecht gesungen hätte, nein, singen kann der Mann wirklich! Aber diese Tonlage..... Ich packe solche Highpitcher einfach nicht, klingt, als hätte er während seiner Pubertät zu enge Hosen getragen :-( Mittlerweile hatte sich 200 - 250 Leute eingefunden, aber ein großer Stimmungsanstieg war leider immer noch nicht zu verzeichnen. Wie schon gesagt: Der Sound war gut, das Songmaterial in Ordnung, aber auch hier wollte die große Konzertstimmung immer noch nicht aufkommen...
Nun, alles hat ein Ende, so auch der Auftritt der Maschinenmänner.
Von den Vorankündigungen her sollte nun eigentlich After Forever dran sein, was mich ehrlich gesagt ziemlich gewundert hat. Nicht umsonst, Tarot waren nämlich die Nächsten :-P
Von dieser Band kannte ich nur die Liveaufnahme, die auf deren Website veröffentlicht wurde und das klang eigentlich ganz ok. Auch hier handelt es sich um Heavy Metal klassischer Prägung, ich war also gespannt. Und wie auch bei den Machine Men war auch hier das Gleiche zu verzeichnen: Guter Sound (vielleicht etwas keyboardlastig), nette Show, aber mal wieder der Gesang :-( Und ums deutlich zu sagen: Konnte der Fronter der Maschinen wenigstens wirklich singen, so war hier auch in dieser Richtung Fehlanzeige: Nicht nur die Stimmlage war grausam, auch das Stimmvolumen war kaum vorhanden. Hat mich irgendwie an "Micky Maus" Hansen erinnert :/
Nein, das konnte ich nicht dauerhaft ertragen, die letzten beiden Songs habe ich vor der Halle "erlebt", die Pause brauchte ich einfach.
Nachdem der Lärm aus der Halle abgeklungen war, wagte ich mich wieder rein, um mich auf den Auftritt von After Forever vorzubereiten. Wie schon Anfangs erwähnt, war ich gespannt, wie sich die Gothler innerhalb diesen Billings schlagen würden. Ich befürchtete halt ein wenig gepflegte Langeweile, war aber trotzdem guter Dinge. Und hier bot sich mir (und, wenn ich die Reaktion des Publikums richtig einschätze, auch den meisten Anderen) der erste wirkliche Höhepunkt des Abends! Denn statt einer kontrollierten Offensive gingen die Niederländer um Floor Jansen von Anfang an mit voller Wucht zu Werke! Ich war echt positiv überrascht, wie viel Power in den Songs steckt. Keine Langeweile, sondern ein mitreißendes Konzert wurde der geneigten Zuhörerschaft hier geboten. Hier passte auch endlich alles zusammen: Die Instrumente, der Sound und endlich auch die Stimme! Gut, DA hatte ich nicht wirklich Zweifel, den Floors Stimme ist wirklich über jeden Zweifel erhaben. Sie war auch unzweifelhaft der Star und Mittelpunkt des Auftritts und das war gut so. Denn neben der Wahnsinnsstimme bot sie auch optisch einen Leckerbissen vom Feinsten ;-) Und da auch das Songmaterial keine großen Schwachstellen zeigte (z. B. "Monolith Of Doubt", "Digital Deceit" und die neue Single "Energize Me"), stieg die Stimmung unter den mittlerweile ca. 450 Anwesenden endlich auf einen angemessenen Pegel an :-)
Ja, auch wenn zumindest für mich gegen Ende des Gigs so ganz leicht der Schwung nachließ, waren Floor und ihre Mitstreiter für mich doch eine sehr positive Überraschung, weiter so!
Gut, das konnte ruhig so weitergehen, zumal nun mit den Reitern eine Band anstand, auf die ich ebenfalls unheimlich gespannt war. Vor allem auf die Setlist, finde ich doch die neue Scheibe den absoluten Bringer, während ich mit dem älteren Material so hin und wieder meine Schwierigkeiten habe.
Und was soll ich sagen: Von Anfang an herrschte absolute Reitermania! Das Songmaterial war gerade für meinen Geschmack super ausgewählt: Ne Menge Zeug vom aktuellen Album ("Friede sei mit Dir", "Riders on the Storm" "Seemann", usw.) gemischt mit ein paar Klassikern ("Der Wicht", "Unter der Asche", etc.). Fuchs ist eh ein begnadeter Frontmann, der das Publikum immer mit in die Show einbezog (ich verweise nur auf die junge Dame, die einen Gutteil der Show auf der Bühne, bzw. im Käfig von Dr. Pest verbringen durfte), der Sound war richtig knackig, das Publikum sowieso mehr als bereit, der Show zu folgen (gell, Mausi ;-)), hier stimmte einfach alles!
Ja, auch hier gibt’s von mir die uneingeschränkte Liveempfehlung!!
So, konnte es danach noch besser werden, immerhin hatten die Reiter die Messlatte für den Headliner ziemlich hoch gelegt. Aber ich war da guter Dinge, Finntroll hatte da mein vollstes Vertrauen. Und es wurde auch nicht enttäuscht! Von Anfang an war die Stimmung am Kochen, als die Jungs aus Finnland auf die Bühne kamen. Die Setlist ging quer durch das gesamte Schaffen der Trollmetaller ( Trollhammaren, Jaktens Tid und anderes), Vreth überzeugte trotz seiner vergleichsweise schmächtigen Statur völlig mit seiner Bühnenpräsenz, der Moshpit war genau, wie ich es mag (nämlich... öh... sehr rustikal :-D) und der Auftritt lang genug, um sich dabei völlig zu verausgaben (meine Fresse, war ich fertig nach 90 Minuten Pit).
Jau, so mussat sein, das rockt ohne Ende!
Auch hier also wieder die uneingeschränkte Liveempfehlung!
Tjo, was bleibt als Fazit? Bisserl arg früher Beginn und ein etwas inkonsistentes Billing (speziell die ersten drei Bands, wenn auch bei Weitem nicht so schlimm wie beim No Mercy), aber die letzten drei Bands waren alleine schon den Eintritt wert. Ein sehr gutes Konzert!

Text von mshannes

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